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9:00, Zimmer meines Mitbewohners
Es ist jetzt 9 Uhr. Vormittags. Am 26. März. Ich wache
nie so früh auf. Es gibt die Stille. Nur ein paar Autos
gelegentlich. Was tun alle Leute?
Ich habe zwei Besucher heute. Sie schlafen im Bett des Mitbewohners
von mir. Ich piepe in dem Zimmer. Sie schlafen wie Babys. Letztes
Semester bin ich auf eine Studienreise gegangen. Während
des Trips haben wir einander kennengelernt.
Mein Mitbewohner kommt. Ich habe ihn auch während des Trips
kennengelernt. Er ist ein treuer Michiganer. Es ist 25 Grad Fahrenheit
draußen, und er hat halt die zwei Hunde von ihm mitgebracht.
Es ist zu kalt für mich.
Wir sind drei Monate zusammen geblieben. und wir sind gute Freunde
geworden. Oft haben wir über unseren Trip geredet. Von London
bis Moskau, von Griechenland bis Portugal, von polnischem Wodka
bis französischen Wein, von Tintenfisch fettucine bis spanische
Tapas. Die vier Monate, während der w ir gereist sind, waren eine wunderbare
Erfahrung. Aber die seltsamste Sache ist, je mehr Länder
wir sehen, desto besser erscheint das Heim von uns.
Es ist jetzt fünf nach 9 Uhr. Meine Freundin, die in Paris
wohnt, schreibt mir eine E-Mail. Es ist fünf nach vier in
Paris. Sie arbeitet in einem neuen Job und sie hasst ihn. Jeden
Tag sitzt sie vor einem Computer und macht Programme. Alles was
sie will, sind ein guter Mann und eine fröhliche Familie.
Ihre Eltern sind geschieden und sie ist ein Einzelkind.
Es ist jetzt zehn nach 9 Uhr. Ich habe noch eine E-Mail bekommen.
Sie ist von meinem Vetter. Er bleibt in Australien. Ich habe
ihn erst vor 7 Jahren kennengelernt. Es war bei die Beerdigung
des Großvaters von mir. Ich habe eine so große Familie,
daß ich nicht alle Leute kenne. Mein Vater hat achtzehn
Geschwister. Es ist jetzt 24 Uhr da. Die Mitternacht. Er ist
halt von Federballübung zurückgekommen. Ich liebe ihn.
Er ist ein guter Freund. Aber ich habe ihn so lang nicht gesehen.
Er fliegt oft nach Singapur.
Ich wundere mich über meine Gastfamilie in Graz, Österreich.
Es ist jetzt fünfzehn nach 5 da. Es ist ein Dienstag. Ich
glaube, daß der Vater die Kuh melkt und die Mutter kocht.
Der jüngere Bruder spielt bestimmte Computerspiele. Und
der ältere Bruder? Wahrscheinlich im Stadtpark mit seiner
neuen Freundin. Letzten Sommer bin ich zwei Monate lang bei ihnen
geblieben. Und ich blicke mit viel Zuneigung zurück. Sie
behandeln mich wie eine Familie. Ich liebe sie dafür.
Ich rufe daheim an. Es ist 10:25 abends da. Mein Bruder antwortet.
Er klingt seltsam. Ich frage und er sagt, daß er weint,
weil seine beste Freundin ihn nicht mag. Aber er mag sie sehr.
Er ist erst sechzehn Jahre alt, und mein Herz bricht. Bitte,
sagte er, ich darf dies niemand sagen, besonders unserer Familie.
Und ich kann nur denken, daß ich hier drei Jahre lang in
den USA geblieben bin, und ich bin bereit, nach Hause zurückzufliegen.
Es ist 9.30 Uhr. Vormittags. 26. März. Ich kann kaum warten.
In drei Wochen werde ich meine Eltern sehen, und in fünf
Wochen werde ich in Singapur sein. Ich freue mich darauf.
Juliana Kua
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