Dienstag, 26. März 2002

5:00, Fleetwood Diner

 

Hier bin ich um 5 Uhr in der Toilette des Fleetwood Diner. Mitten in der Nacht bin ich, unterirdisch bin ich, und in diesem Augenblick bin ich ganz allein. Hier brennt das Licht noch, aber draußen ist die Nacht so schwarz wie Pech. Das habe ich immer gemocht ­ allein zu sein, während meine Freunde und meine Familie schlafen. Niemand will mit mir sprechen, und das gefällt mir, weil ich niemanden sehen will. Lieber wäre ich total isoliert und ignoriert, so daß ich in Frieden nachdenken kann ­ und so eine Art Verbrecher sein kann. In der Nacht darf ich einen Gegenschlag versetzen und selbst meine eigenen Bedingungen stellen. Unterirdisch wühle ich in meinem Bau, stehle ich mein Licht, bin ich "ein unsichtbarer Mann."


Das Graffiti erinnert mich an zwei Sachen. Die erste ist, daß ich im Wunsch, allein zu sein, nicht allein bin. Die zweite ist, daß ich versuche, nicht wie die das Graffiti schreibenden Leute, kein Rebell zu sein.


Meine Aktionen sind für mich nur persönlich. Ich will keine Anarchie, ich will den Kapitalismus nicht erwehren, ich will kein Robin Hood sein. Nur will ich, daß du mich in Ruhe lässt.


Das ist meine einzige Untat, glaube ich.

 

Dan Clark

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