Dienstag, 26. März 2002

22:00, Schlafenszeit

 

Es ist zweiundzwanzig Uhr und ich gehe ins Bett. Vielleicht scheint es früh zu sein, aber für mich ist es gewöhnlich meine Schlafenszeit. Meine Großeltern sind Bauern; auf einem Bauernhof muß man um fünf Uhr aufwachen. Meine Schwester und ich haben oft bei meinen Großeltern gewohnt, besonders während wir in der Grundschule waren. Die Schule begann um acht Uhr, aber eine Autofahrt dauerte eine halbe Stunde von unserem Haus zur Schule. Morgens mußten wir die tägliche Arbeit machen und manchmal Hausaufgaben machen.


Obwohl ich seit der 5. Klasse in der Stadt gewohnt habe, meine Sommer immer auf dem Bauernhof waren. Wir mußten noch um fünf Uhr aufwachen, aber nach der Arbeit konnten wir zurück ins Bett gehen. Manchmal schliefen wir (meine Schwester und ich und unsere Cousins) auf dem Heuschober, weil er im Juli kühler als das Haus war. Diese Nickerchen waren am besten für Träume.


Im Bild meines Zimmers gibt es meine Lieblingsding: meine Steppdecke. Meine Oma ­ meine Muttis Mutti ­ hat sie gemacht, und Oma mich auch zu nähen unterrichtete. Die Steppdecke ist eine zusammengesetzte Steppdecke, und die Stücke sind aus Kleidern meiner Mutti und ihren Schwester und zwei Brüder. Ich bekam diese Steppdecke für mein siebtes Weihnachten. Meine Oma erzählt mir immer noch die Geschichte der Stücke der Steppdecke, obwohl ich sie schon alle kenne.


Ich schlafe mit dieser Steppdecke immer, weil sie mir gute Träume bringt. Sie schützt mich vor den Ungeheuern und den Geistern. Ich habe sieben Kissen; ich mache mit ihnen einen Kreis auf meinem Bett, eine Festung, die mich (und meinen Teddybär, der Teddy heißt ­ im Bild liegt er auf dem Bett) schützt. Wir (Teddy und ich) sind dann sicher, irgend etwas zu träumen.


Über meinem Bett an der Wand hängen zwei Landkarten (tatsächlich drei, weil ich seit Dezember meinen Kalender nicht geändert habe) und ein paar Photos. Die Photos sind aus Indien; ich träume sehr, sehr oft von Indien und von meinen Freunden, die ich seit drei Jahren nicht gesehen habe. Ich habe die Landkarte, weil ich die ganze Welt sehen werde, bevor ich sterbe. In meinen Träumen bin ich schon in viele Länder gereist.


Es ist ziemlich nett, in meinem Bett in Ann Arbor zu schlafen, um die Welt zu träumen. Jedoch ist es für mich die Zeit abzufahren. Drei Jahre von Träumen macht mich ruhelos. Ich möchte lieber wegfahren, auch wenn ich die Sicherheit meiner Festung zürucklassen muß.

 

Rachael Smith

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