Dienstag, 26. März 2002

14:00, South University

Der Schnee fiel leicht auf die Straße. Das Datum war der 26. März, und es gab Schnee. Nur Michigan hat Wetter wie dieses Wetter. Das junge Mädchen lief nach einem langen Tag der Klassen langsam nach Hause. Jedermann, der auf der Straße war, lief schnell, um in ein warmes Gebäude zu gehen. Aber das Mädchen, Emily, war in keiner Eile. Emily bemerkte die Leute, die um sie waren, nicht, selbst wenn sie sie anerkannte. Stattdessen war sie in ihrer eigenen Welt.

Entlang des Weges nach Hause hielt Emily vor einigen Geschäften an, und sie schaute durch die Fenster. Ihr Geburtstag war nur in einigen Tagen, deshalb suchte sie nach Sachen, die sie mit ihrem Geburtstagsgeld kaufen konnte. Als sie die in dem Fenster hängende Kleidung betrachtete, fing sie an, über ihren Geburtstag nachzudenken. In sieben Tagen würde sie zwanzig sein, aber sie wollte nicht zwanzig sein. Es gibt nichts, was über zwanzig speziell ist, aber es bedeutet, dass man alt ist. Man ist kein Kind, sondern man ist eine Erwachsene, die viel Verantwortung trägt. Emily wußte, dass sie schon eine Erwachsener war und viel Verantwortung hatte, aber sie würde bald keine Jugendliche sein. Ihr Leben war nicht so einfach wie das Leben, als sie zehn war. Emily mußte jetzt über Jobs und Geld anstatt Spiele und Puppen nachdenken. Zwanzig Jahre ihres Lebens waren schon fertig, und jetzt mußte sie auf die Zukunft schauen.

Emily lief die Straße weiter hinunter, und ihre Gedanken dauerten an. Das folgende Geschäft, vor dem sie anhielt, hatte Klassenringe in dem Fenster. Wegen der Ringe dachte Emily mehr über ihre Zukunft nach. Sie würde in drei Jahren mit dem Studium fertig sein, aber sie hatte keine Ahnung darüber, was sie nach dem College tun möchte. Vielleicht würde sie ein Doktorstudium beginnen, oder vielleicht würde sie einen Job finden. Aber Emily wußte noch nicht einmal, was sie jetzt studieren sollte. Wenn sie über die Leute, die schon Pläne für die Zukunft hatten, nachdachte, wurde sie eifersüchtig auf sie. Sie wünschte, dass ihre Zukunft mehr Struktur hatte. Diese Gedanken über ihren Geburtstag und ihre Zukunft betrübten Emily, und das kalte und bedrückte Wetter half ihrer Laune nicht. Deshalb entschied Emily, dass sie nach Hause gehen sollte.
Als sie entlang South University lief, dachte Emily über ihr Leben weiter nach. Sie begriff, dass zwanzig nicht alt ist, und sie keine Pläne für auf ihre Zukunft brauchte. Sie war noch jung, und sie hatte ihr gesamtes Leben vor sich. Sie mußte heute nicht über ihre Zukunft entscheiden, weil sie viel Zeit hatte. Als Emily schließlich zu Hause ankam, war sie glücklicher als vorher. Und sie war jetzt begeistert über ihren Geburtstag. Wer wußte, dass an einem kalten Tag im März ein Spaziergang entlang South University solch tiefsinnige Gedanken heraufbeschwören konnte!

Amy Allen

 PREV

 MAIN PAGE

 NEXT