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13:00, Krankenhaus
Der Anruf kommt um kurz nach 12 Uhr: eine Frau mit Schmerzen
in der linken Hälfte ihrer Brust. Der Krankenwagen fährt
mit Eile die holprige Strasse entlang. Einen Moment später
steigen drei Sanitäter aus und gehen schnell auf die Haustür
zu. Nach Klopfen und Klingeln fangen sie an, sich Sorgen zu machen,
denn niemand macht auf. Sie gehen um das Haus herum und schauen
in die Fenster; drinnen ist es dunkel. Der eine Sanitäter
ruft, er kann eine Frau drinnen sehen. Er fängt an, die
Haustür einzutreten, in kurzer Zeit schafft er es durch
die Glasscheibe.

Im Haus laufen die drei auf die alte Frau zu. Sie atmet nicht
und hat keinen Puls. Sie ziehen die Frau auf den Boden von ihrem
Stuhl, schneiden ihre Klamotten auf, und fangen an, an ihr zu
arbeiten. Fünfmal auf die Brust drücken, zweimal beatmen.
Der eine Sanitäter steckt die erste Nadel in ihren Arm,
im gleichen Moment kommen drei Feuerwehrmänner in das kleine
Haus. Der dritte Sanitäter führt einen kleinen Plastikschlauch
in den Kehlkopf der Frau, daneben, noch zweimal und dann gelingt
es. Im Hintergrund ruft ein Feuerwehrmann die Medikamente der
Frau aus.
Inzwischen schwirren acht Leute um die halbtote Frau herum. Alle
wissen genau, was ihre Aufgabe ist: Zwei durchsuchen das Haus
für Informationen über die Frau, vier, versuchen sie
zurück ins Leben zu bringen, und die letzten zwei bereiten
die Krankentrage vor. Nach fünfzehn Minuten ist es soweit.
Sie schieben ein Brett unter den leblosen Körper, und bringen
sie in den Krankenwagen. Aus ihrem Mund läuft ein Tropfen
Spucke. Mit jeder Beatmung wird ihr Magen etwas größer.
Die Zeit wird immer knapper. Der erste Sanitäter gibt ihr
eine Spritze, der Bildschirm flackert auf mit Neuigkeiten. Er
hebt das Handteil des Radios und benachrichtigt die wartenden
Krankenschwestern davon was auf sie zukommt.
Simon Mikolayczyk
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