Dienstag, 13. November 2001

15:00 3038 School of Music

Es kommt zu diesen. Einmal in der Woche, jede Woche, haben Studenten ihre Musikstunden. Ich habe meine Klavierstunden pro Dienstag von 2.30 bis 3.30. Diese stunden können gut, schlecht oder irgendwo dazwischen sein. Alles verlässt sich auf den Studenten oder die Studentin. Wieviel übt man diese Woche? Der Lehrer weiß mit nur einer Stunde seiner Zeit, wie fleißig man gewesen ist.

In dem Studio meines Lehrers stehen zwei Klaviere. Rechts befindet sich das Klavier, auf dem die Studenten spielen. Links steht das Klavier für meinen Lehrer. Ich spiele; wenn nötig, korrigiert er. Manchmal kann er von seinem Tisch auslehren. In diesem Raum werden viele verschiedene Gefühle wach: Glück, Trauer, Frustration, Selbstvertrauen, Entschlossenheit. Ich habe sie alle erlebt, und auch andere.

Mein Lehrer fängt immer an, "Was wirst du heute spielen?" Eine Frage ohne eine Antwort. Was kann man machen, außer spielen? Ob ich mich vorbereitet habe oder gar nicht, eine Musikstunde ist immer nervenaufreibend. Ich habe niemals gehört, daß sich jemand auf ihre Stunde freut. Gewöhnlich sagt man mit Resignation, "Ich habe heute eine Musikstunde."

Stets läuft das Verfahren im Kreis. Man übt, um sich auf die Musikstunde vorzubereiten. Dann spielt man für den Lehrer. Nach der Probe geht man in den Übungszimmern herum. Und im scheinbar nächsten Augenblick kommt man wieder zu der Musikstunde an. Plötzlich begegnet man wieder der Frage: "Was wirst du heute spielen?"

Chiann Tsui

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