Kontext
Die Homosexuelle Bewegung in Berlin
Die
Geschichte der homosexuellen Bewegung in Berlin fing ungefähr am Ende des
19 Jahrhunderts an. An der Jahrhundertwende hatte Berlin eine lebhafte Subkultur
in zahlreichen Kneipen, Klubs, Bällen und anderen Lokalen, wo Lesben und
Homosexuelle sozialisieren konnten. Der Gründer der Bewegung, Magnus Hirschfeld,
glaubte, dass es ein Verbrechen war, dass Homosexualität in ewiger Heimlichkeit
leben mussten, und nicht dass Homosexualität existierte.
Während der Weimar Republik, 1918 bis 1932, wurde Berlin als das Mekka für homosexuelle Männer und Frauen bekannt. Dies ist hauptsächlich wegen der zahlreichen Kneipen und Klubs, die im Zentrum homosexuellen Lebens standen. Berlin war auch das kulturelle Hauptquartier für viele homosexuellen Künstler aus fremden Ländern, zum Beispiel aus den Vereinigten Staaten, Schweden, und der Schweiz. Im Jahre 1919 gründete Magnus Hirschfeld das Institut für Sexualwissenschaft, das im Schaffen eines Netzwerkes für homosexuelle Männer und Frauen sehr hilfreich war. Homosexuelle Männer und Frauen schrieben viele Zeitungen und Zeitschriften in Berlin. Der erste Aufklärungsfilm, „Anders als die Anderen", war ein Film, der die Mythen über Homosexualität bei der allgemeinen Öffentlichkeit auszuräumen half.
Als
die Nationalensozialisten an die Macht kamen, zerstörten sie die ganze
homosexuelle Subkultur. Sie schließen alle Klubs, und Das Institut für
Sexualfwissenschaft wurde auch geschlossen. Sie unterdrückten auch alle
Zeitschriften und Zeitungen, die während der Weimarer Republik gegründet
worden waren. Weil die Nationalsozialisten homosexuelle Männer und Frauen
als Schädlinge sahen, fingen sie an, viele Homosexuelle zu verfolgen und
sogar zu ermorden. Deswegen emigrierten viele Homosexuelle von Berlin und Deutschland
während des zweiten Weltkrieges. Jene, die nicht gehen konnten, wurden
in die Konzentrationlager geschickt.
Am Ende des Krieges kamen einige Aspekte der homosexuellen Subkultur zurück. Einige der alten Klubs am Alexanderplatz und in Schöneberg wurden wieder geöffnet. Aber diese neue homosexuelle Renaissance konnte die frühere Subkultur nicht spiegeln.
Eine
neue Homosexuellenbewegung gab es erst wieder um 1970.. Ihr Ziel war es, alle
politischen und gesellschaftlichen Diskriminierungen gegen Homosexuelle zu entfernen.
Sie wurden organisiert und fingen an, ihre Meinungen in Zeitungen und Zeitschriften
zu verfassen. Ihre politische Wirkungskraft war schließlich erfolgreich,
als im Jahre 1989 der Senat anfing, rechtliche Fragen zu erörtern, die
Homosexualität betrafen. 1995 in der neuen Verfassung, heißt es,
dass niemand wegen "seiner sexuellen Identität benachteiligt oder
bevorzugt werden" darf. Detlev Meyer lebte durch diese neue Entwicklungen
und fühlte, als ob es eine neue Welt geben könnte, ohne Diskriminierungen
gegen Homosexuelle. Leider überlebte er das Lebenspartnerschaftgesetz von
2001 nicht, nachdem Lesben und Schwule jetzt eheähnliche Gemeinschaften
schließen können.
Detlev Meyer hat das Gedicht im Jahre 1993 geschrieben, sechs Jahre vor seinem Tod. Zu diesem Zeitpunkt lag derFall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung Deutschlands noch nicht sehr weit zurück. Meyer war nicht nur Außenseiter der heterosexuellen Welt, er war auch in seiner Heimatstadt deplaziert. Weil er sich als Außenseiter fühlte, machte er das Schreiben zum Mittel seines Ausdrucks. Er befürwortete die Rechte und Gleichberichtigung der Homosexuellen durch seine engagierte Literatur.